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Affektinkontinenz – Was es ist und wie man es behandelt


Affektinkontinenz-Ursachen und Behandlung

Brechen Menschen urplötzlich in Tränen aus, obwohl kein triftiger Grund erkennbar ist, wertet man dieses normwidrige Verhalten als Affektinkontinenz. Es ist gewissermaßen eine Störung der Affektivität. Mediziner nennen das Phänomen auch pseudobulbäre Affektstörung, kurz: PBA.

 

Die auffällige Verhaltensänderung kann Männer wie Frauen gleichermaßen treffen. Sie führt in der Umwelt regelmäßig zu Irritationen.

 

Merkmale und Symptome der pseudobulbären Affektstörung

Die Störung der Affektivität kann durch äußere wie innere Vorgänge ausgelöst werden. Der Betroffene empfindet gewisse Gefühle als besonders intensiv. Sofort stellt sich ein körperliches Symptom ein. Zu den üblichen Merkmalen gehört beispielsweise heftiges Weinen oder schallend lautes Lachen.

Die auffälligen körperlichen Affekte lassen sich willentlich nicht steuern oder kontrollieren. Die Gefühlsäußerungen werden ungefiltert an die Umgebung abgegeben.

Zu Beginn der Affektinkontinenz ist den Betroffenen das von der Norm abweichende Verhalten deutlich bewusst. Viele schämen sich für die drastischen und offensichtlichen Störungen der Affektivität.

 

Es kann zu Persönlichkeitsveränderungen oder dem Rückzug aus der Gesellschaft kommen.

 

Bei andauernder pseudobulbärer Affektstörung verliert der Betroffene das Gefühl für seine intensiven Gefühlsäußerungen. Die überschießenden Reflexe werden als normal angesehen.

Dann spricht man pathologisch nicht mehr von einer Störung der Affektivität, sondern von der sogenannten Affektlabilität.

 

Auftreten und Ursachen bei Affektinkontinenz

Man geht davon aus, das alleine in den USA rund zwei Millionen Menschen an der Fehlfunktion leiden. Diese spezielle Art von Inkontinenz kann angeboren aber auch erworben sein.

Bei folgenden Zusammenhängen kann sie auftreten:

  • Demenz: Bei der Erkrankung verkümmern die emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten. Es zeigen sich viele Wesensveränderungen und Verhaltensstörungen, darunter manchmal auch eine Störung der Affektivität (allgemeine Enthemmung).
  • Schlaganfall: Ein kurzfristig zurückliegender Insult kann mit hirnorganischen Störungen einhergehen. In seltenen Fällen zeigt der Patient Symptome einer Affektinkontinenz, wenn er beispielsweise noch in der Ambulanz in lautes Lachen ausbricht.
  • Alkoholabusus bzw. Alkoholismus: Die Störung der Affektivität ist im Laufe einer ausgeprägten Alkoholabhängigkeit nicht ungewöhnlich.
  • Traumatische Hirnschädigung: Nach Stößen, Unfällen, aber auch einem Schlaganfall oder Tumor, kann es zu einer körperlichen Hirnveränderung kommen. Es entwickelt sich ein sogenanntes organisches Psychosyndrom (OPS). Zeigt sich nun eine Inkontinenz, handelt es sich streng genommen um keine seelische Erkrankung, sondern um eine organische Veränderung.
  • Multiple Sklerose: Bei der neurologischen Erkrankung kommt es zeitweise zu Befindlichkeitsstörungen, die sich unter Umständen in nicht steuerbaren Reaktionen ausdrücken können.
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Kommt es zur Funktionseinschränkung von Nervenzellen, tritt in seltenen Fällen eine Inkontinenz auf.

 

Therapie und Behandlung gegen Affektstörungen

Die medizinische Versorgung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung. In den allermeisten Fällen unterzieht sich der Patient zunächst einer auf ihn abgestimmten Psychotherapie (Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse).

Dabei sollen die spezifischen Verhaltensmuster herausgestellt und überwunden werden. Ziel ist es, die Affektinkontinenz dahingehend zu minimieren, dass das Denken, Fühlen, Erleben und Handeln zum Geschehen passt.

Die Behandlung kann auch mit Antidepressiva erfolgen. Dabei kommen ganz unterschiedliche Medikamente wie MAO-Hemmer oder trizyklische Antidepressiva zum Einsatz. Die Wirkung wird als dämpfend und ausgleichend beschrieben.