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Erektionsstörungen und Impotenz – Alle Infos über Ursachen und Behandlungen


Erektionsstörungen

Bei Erektionsproblemen hat es der Mann oft nicht einfach. Irgendwann traut er sich kaum noch, auf eine sexuell stimulierende Situation einzulassen, um sich im Voraus vor einer möglichen Blamage zu schützen. Aber auch der Partnerin kann es mit Zeit unangenehm sein.

 

Dabei muss man wissen, dass Erektionsstörungen kein Schicksalsschlag sind, sondern ein langsamer Prozess, der sich immer weiter ausdehnt.

 

Wer bereit ist, sich mit seinem Körper auseinanderzusetzen und Veränderungen zuzulassen, hat beste Aussichten, alsbald wieder über eine adäquate Potenz und eine glückliche Sexualität zu verfügen.

 

 

Ab wann spricht man von Erektionsstörungen?

Es gibt keine differenzierte Skala, womit sich Potenz-Störungen klassifizieren ließen. Vielmehr kommt es auf das Empfinden und die Unzufriedenheit des Einzelnen an.

 

Immer dann, wenn es dem Mann über einen längeren Zeitraum nicht möglich ist, eine für sich lustvolle und zufriedenstellende Erektion zu erlangen, liegt eine erektile Dysfunktion vor.

 

Ursachen einer Impotenz

Weil es in der Regel mehrere Auslöser gibt, die sich wechselseitig negativ beeinflussen und überlagern, unterscheidet man heute nicht mehr ausschließlich zwischen organischen oder psychischen Ursachen.

Vielmehr versucht man, den Patienten in seiner Gesamtheit zu erfassen und die verschiedenen Problemfelder einzukreisen.

 

Organische Ursachen

Immer dann, wenn der Beckenboden zu schwach durchblutet wird, treten zwangsweise Erektionsprobleme auf. Insofern gelten mehrere Krankheiten, welche die Durchblutung einschränken, als Verursacher von Impotenz.

Mögliche Ursachen:

  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung)
  • Schäden durch Operationen an Prostata, Darm oder Blase
  • Feinste Gewebe-Zerstörungen durch Bestrahlungen
  • Diabetes mellitus
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Alkoholmissbrauch
  • Querschnittslähmung
  • Beckenfraktur, Probleme im Lendenwirbelbereich
  • Übergewicht

 

Medikamente

Ebenso gibt es einige pharmakologische Substanzen, welche die Durchblutung im Beckenboden (außerdem in anderen Regionen des Körpers) einschränken können.

Werden die Blutgefäße in Penis und Hoden nachteilig versorgt, kommt es zu physikalischen Potenzstörungen.

Die Einnahme mancher Medikamente könnte die Störung fördern:

  • Betablocker
  • Präparate mit Sexualhormonen (beispielsweise zur Behandlung von Akne, einer Prostatavergrößerung, bei Prostatakrebs oder gegen Haarausfall)
  • Antidepressiva

 

Psychogene Ursachen

In den allermeisten Fällen leiden Betroffene zugleich an psychischen Problemen. Allen voran steht beruflicher wie privater Stress.

Dieser kann, muss aber nicht, in Depressionen, Burn-out oder sonstigen Folgeerkrankungen münden. Wenn Stress alleine ursächlich ist, kann sich der Mann nicht mehr soweit entspannen, um eine Erektion herbeizuführen.

Oder aber die psychischen Beweggründe haben ihrerseits zu weiteren organischen Ursachen geführt, welche mittelbar wiederum die Erektionsstörungen auslösen.

 

Lebensalter

Die erektile Dysfunktion ist eng verknüpft mit der jeweiligen Lebensphase eines Mannes. Rund fünfzig Prozent aller 60-jährigen fühlen sich von ihr betroffen, während sogar zwei Drittel der über 70-jährigen mit Erektionsstörungen zu kämpfen haben.

 

Können organische Ursachen ausgeschlossen werden, liegt fast immer eine Durchblutungsstörung im Beckenbodenbereich der Einschränkung zugrunde.

 

Erektionsprobleme bei jungen Männern

In jungen Jahren basieren Potenzprobleme in der Regel auf psychischen Ursachen. Können körperliche Erkrankungen ausgeschlossen werden und fühlt sich der Mann ansonsten gesund und leistungsfähig, liegt eine psychogene Störung vor.

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Das muss man über Erektionsstörungen und Impotenz wissen

Früher wurden Erektionsstörungen gesellschaftlich belächelt und weitestgehend tabuisiert. Heute weiß man, dass die Veränderung häufig einen großen Leidensdruck verursacht.

Zudem geht die mangelnde Standfestigkeit in den allermeisten Fällen mit weiteren organischen Veränderungen oder Erkrankungen einher und ist letztlich ein Indikator, der auf bevorstehende Krankheiten hinweist.

Insofern ist es für betroffene Männer umso wichtiger, das sexuelle Unvermögen mit einem Facharzt zu besprechen. Nur er kann feststellen, welches Problem vorliegt und ob eine unmittelbare Gefährdung des Patienten (beispielsweise durch eine koronare Herzkrankheit) bevorsteht.

 

Symptome von Erektionsstörungen

Jeder Mann nimmt seine Sexualität anders wahr. Insofern lassen sich mehrere Abstufungen unterscheiden.

  • Mangelnde Standfestigkeit, das Glied wird nicht steif genug.
  • Kurze Erektion und zu schnelle Erschlaffung.
  • Geschlechtsverkehr ist nicht oder nur eingeschränkt möglich.
  • Tagsüber kann die Versteifung nicht willentlich erzielt werden.
  • Nachts finden keine Erektionen statt.
  • Es ist nur schwer oder überhaupt nicht möglich, einen Samenerguss herbeizuführen.
  • Das sexuelle Empfinden ist eingeschränkt, der Orgasmus läuft nicht zufriedenstellend ab.

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Diagnose der erektilen Dysfunktion

Wichtig ist es, dass sich betroffene Männer an einen Urologen wenden und sich nicht auf Diagnosen aus dem Internet verlassen oder gar Selbstbehandlungsmöglichkeiten ausprobieren.

 

Nur der Arzt kann einschätzen, ob eine organische, psychische oder sonstige Ursache zugrunde liegt.

 

Dazu nimmt er zunächst eine äußerliche Untersuchung vor und tastet die Bereiche vorsichtig ab. Mindestens genauso wichtig ist das vertrauensvolle Gespräch, bei dem der Patient offen seine Potenzprobleme darstellt.

Im Nachgang werden Vorerkrankungen, Risikofaktoren, etwaige Wechselwirkungen spezieller Medikamente und psychische Ursachen erforscht. Eine Sonographie (Ultraschall) sowie eine Untersuchung des Blutes schließen die Anamnese ab.

Unter Umständen erfolgt die Weiterüberweisung zum Neurologen oder Psychotherapeuten.

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Therapiemethoden bei Erektionsstörungen

 

Beckenboden- und Potenztraining

Da nahezu alle Potenzstörungen in irgendeiner Art und Weise mit einer verminderten Durchblutungsleistung des Beckenbodens einhergehen, zielt die wichtigste Therapiemaßnahme auf eine Stimulation dieses Bereiches hin.

Durch ein professionelles Beckenbodentraining für den Mann werden Penis, Hoden, Prostata, die anliegenden Schwellkörper sowie der gesamte Bereich des kleinen Beckens wieder ausreichend durchblutet. Um die Potenz natürlich steigern zu wollen ist ein solches Workout optimal

 

Die gymnastischen Übungen fördern nicht nur die Fitness, sondern setzen an der Wurzel des Problems an und bekämpfen die erektile Dysfunktion in ihrem Kern.

 

Medikamentöse Therapieformen

Die Einnahme von Medikamenten wird von vielen Patienten bevorzugt, weil sie vergleichsweise bequem ist. Dazu werden sogenannte PDE-5-Hemmer verschrieben, welche nur über eine Apotheke bezogen werden sollten.

Diese Substanzen sorgen dafür, dass sich die wichtigen Blutgefäße partiell wieder weiten, womit mehr Blut durch sie hindurchströmen kann. Beliebte Präparate sind Viagra, Cialis, Levitra oder Avanafil.

 

Testosteron-Therapie

Ab dem 40. Lebensjahr sinkt allmählich der Testosteronspiegel beim Mann. Verstärkt wird der Effekt durch Stress, Schlafmangel, Krankheiten und Medikamenteneinnahme.

Durch die Gabe von Testosteron kann der Hormonspiegel wieder angehoben werden. Eine enge Betreuung durch einen Andrologen ist dabei wichtig.

 

Mechanische Therapie (Hilfsmittel)

Gänzlich frei von Nebenwirkungen ist die Behandlung des Penis mit einer Vakuumpumpe. Durch den Unterdruck bündelt sich das Blut im Schwellkörper und die Potenz ist zeitweilig wiederhergestellt.

 

Solche Hilfsmittel können von der Krankenkasse übernommen werden.

 

Elektrostimulation

Zur Anregung des Blutflusses bietet sich ebenso eine Therapie mit Reizstrom an. Dabei kann eine Sonde anal eingeführt werden, oder aufgeklebte Elektroden geben die Reizungen auf die Haut ab.

 

Durch die leichten Stromimpulse wird der Beckenboden prima durchblutet.

 

Operative Möglichkeiten

In seltenen Fällen (beispielsweise nach Unfällen oder Gefäßverletzungen nach einer Operation) kann eine Prothese in den Penis eingesetzt werden. Das Implantat wird mittels Hydraulik aktiviert und sorgt für eine ausreichend lange Potenz.

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Präventionsmaßnahmen und Tipps, um die Potenz zu steigern

Männer jeden Alters sollten auf ihre Gesundheit achten und Sport sowie eine ausgewogene Ernährung in ihren Alltag einbeziehen. Durch regelmäßige Bewegung werden die Blutgefäße des ganzen Körpers konstant aktiviert.

 

Ein moderates Körpergewicht trägt ebenso dazu bei, den Druck vom Rumpf auf das Becken zu minimieren und dem Urogenitaltrakt mehr Raum zu geben.

 

Als Maßnahme zur Prävention sollte der Beckenbodenbereich stetig aktiviert und stimuliert werden. Das kann durch schweißtreibende Fitnessübungen, Sex, Entspannungsübungen oder Ausdauertraining geschehen.

Diese Maßnahmen wirken auf die Durchblutung:

  • Bewegung
  • Kräftige Massagen
  • Aufbauende Wechselduschen
  • Gewürze wie Knoblauch, Ingwer und scharfe Speisen
  • Vollwertige Ernährung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren
  • Wenig Koffein und Alkohol
  • Zigaretten vermeiden
  • Salzkonsum reduzieren
  • Transfette vermeiden
  • Ausreichend viel Wasser trinken

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Wie kann man als Frau helfen?

Oft ahnen Frauen zwar, dass „etwas“ nicht stimmt, trauen sich aber nicht, den Mann darauf anzusprechen. Für eine harmonische Partnerschaft ist es wichtig, vorbehaltlos und vertrauensvoll miteinander umzugehen.

 

Da hinter vielen Erektionsstörungen organische Erkrankungen verborgen sein können, sollte die Partnerin einfühlsam ihre Unterstützung anbieten. Dabei muss die Integrität des Mannes aber gewahrt bleiben.

 

Nur er kann absehen, wie groß der Leidensdruck ist und ob er etwas an der Situation ändern möchte. Vielen Männern hilft es, die Frau emotional an ihrer Seite zu wissen.

Der Termin beim Facharzt sollte von dem Betroffenen aber selbstständig vereinbart werden.

Tipp: Ahnt die Partnerin, dass der Mann unter einer Impotenz leidet, könnte sie das Gespräch unauffällig auf ihren eigenen Beckenboden lenken.

Indem sie selbst ein regelmäßiges Training für ihren Unterkörper vornimmt, zeigt sie, wie unkompliziert die durchblutungsfördernde Beckenbodengymnastik ist. Schön ist es, den Partner nonchalant in die Therapie miteinzubeziehen.

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