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Intimpflege – 10 Tipps für einfache und wirkungsvolle Hygiene

 

Experte Anastasia Romanova

Anastasia Romanova | Experte für Intimfitness


Intimpflege

Meist ist es keine große Sache: Rasch hat man sich entkleidet, die richtige Wassertemperatur eingestellt und schon kann die Intimpflege losgehen. Trotzdem zeigt die Realität, dass beim Reinigen der Körpermitte ziemlich viel schiefgehen kann.

 

Warum die scheinbar so alltägliche Körperpflege einige Stolpersteine bereit hält und welche Tipps bei der richtigen Hautpflege zwischen den Beinen helfen können, steht hier.  

 

Die richtige Intimpflege

Die Pflege des Intimbereichs ist wichtig. Nicht nur Krankheiten lassen sich so verhindern, sondern auch das individuelle Wohlbefinden steigern. Wer sich rundum sauber und gesund fühlt, hat es leichter.

Grundsätzlich empfehlen Fachleute, den Intimbereich einmal täglich gründlich zu reinigen. Zum Waschen reichen Wasser, eine milde Seife und ein frisches Handtuch bereits aus. Es gibt dennoch ein paar Tipps, wie die richtige Intimpflege effizienter wird.

 

10 Tipps für eine natürliche Intimpflege

  1. Einmal pro Tag waschen: Um krankhafte Symptome zu umgehen, sollte die Intimhygiene einmal täglich stattfinden. Dazu mit lauwarmem Wasser alle Hautfalten befeuchten, alles gründlich einseifen und sanft abspülen. Mehr ist nicht nötig.
  2. Den pH-Wert fördern: Insbesondere Frauen haben im Intimbereich einen anderen pH-Wert als am Rest des Körpers. Rund um ihren Schambereich herrscht ein eher saures Milieu. Weil übliche Seifen diese Atmosphäre zerstören und somit Infektionen begünstigen, sollte die Behandlung mit einer speziellen Waschlotion für den Intimbereich stattfinden. Dies ist insbesondere in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren wichtig.
  3. Schambehaarung entfernen: Haare sind schön. Leider sammeln sich in ihnen jedoch Talgreste, Keime und Bakterien. Das fördert den Geruch und unter Umständen sogar Krankheiten. Viele Menschen bevorzugen mittlerweile zwar aus Lifestyle-Gründen einen glatten Intimbereich – sinnvoll für die Gesundheit ist eine Intimrasur allerdings ebenso.
  4. Nicht vom Analbereich aus abwischen: Zwar ist es bequem, auf der Toilette zwischen den Beinen durchzugreifen und sich von hinten nach vorne abzuwischen – das kann aber durchaus eine regelrechte Infektion mit Kolibakterien rund um die Scheide auslösen. Deshalb gilt es, nach dem Toilettengang von vorne nach hinten zu reinigen. So werden keine gefährlichen Keime in den vorderen Bereich verschleppt.
  5. Sanftes Wasser von oben: Wer hektisch mit dem Brausekopf herumhantiert, spült sich womöglich ungewollt Bakterien in die Harnröhre hinein. Deshalb sollte man darauf achten, den Wasserstrahl nicht direkt in die Körperöffnungen hineinzuhalten.
  6. Nicht zu häufig waschen: Weniger ist mehr. Um die Haut nicht auszutrocknen oder übermäßig zu reizen, sollte die Intimhygiene nur alle 24 Stunden stattfinden. Wer sich dazwischen erfrischen möchte, kann auf lauwarmes Wasser in Kombination mit einem nativen Pflanzenöl zurückgreifen.
  7. Einmalwaschlappen für zwischendurch: Feuchte Pflegetücher sind praktisch und erfrischend – leider allzu oft mit intensiv wirkenden Substanzen getränkt. Diese irritieren den empfindlichen Intimbereich und trocknen die Schleimhäute aus. Besser sind hautschonende Einmal-Waschlappen, die nur mit Wasser befeuchtet werden.
  8. Lieber tupfen statt reiben: Viele Handtücher weisen eine eher raue Oberfläche auf. Wer sich zügig abtrocknen möchte, sollte Scheide oder Penis deshalb nur vorsichtig abtupfen. Durch zu grobes Reiben entstehen schnell Mikrorisse, die verschiedene Krankheiten begünstigen könnten.
  9. Vorsicht mit Piercings: Auch Intimschmuck muss richtig gereinigt werden. Schwerpunktmäßig im Stichkanal bildet sich immer etwas mehr Smegma, das regelmäßig entfernt werden sollte. Dabei muss man die Schmuckstücke allerdings nicht täglich entfernen. Es reicht aus, diesen Bereich besonders vorsichtig und gründlich mit einer Intimwaschlotion zu waschen.
  10. Passende Pflegeprodukte verwenden: Weder Scheide noch Penis mögen Bodylotions oder sonstige künstliche Hautpflegeprodukte. Sie verändern nicht nur den pH-Wert negativ, sondern können schlimmstenfalls Krankheiten wie Ekzeme oder Allergien auslösen. Wer die dünne Haut zwischen den Beinen pflegen möchte, sollte zu zurückhaltenden Produkten oder milden pflanzlichen Ölen greifen.

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Hausmittel für eine einwandfreie Intimhygiene

 

Pflanzliche Öle für die Intimpflege

  • Botanische Öle haben einen Vorteil: Sie wirken ausgleichend auf den pH-Wert der Schleimhäute im Genitalbereich und verwöhnen, befeuchten und regenerieren die sensible Haut langanhaltend. Meist reicht es aus, einmal täglich einige Tropfen davon einzumassieren.
  • Kokosöl: Natives Kokosnussöl ist reich an Vitaminen, Laurinsäure und Caprylsäure. Das Öl soll entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften haben und zudem die Haut erfrischen. Kokosöl gilt als Mittel der Wahl, um einen Scheidenpilz natürlich zu bekämpfen. Übrigens: Kokosöl kann prima in die Ernährung integriert werden. Studien belegen, dass die antimykotische Wirkung ebenso dem Magen-Darm-Trakt hilft, lästige Pilze aus dem Körper zu entfernen.
  • Jojobaöl: Reines Jojobaöl wird traditionell immer dann eingesetzt, wenn die Schleimhäute eine Extraportion Pflege benötigen. Es entspannt welke Haut, fördert die Elastizität und verfügt durch den hohen Anteil an Gadoleinsäure über eine gewisse antibakterielle Wirkung.
  • Sesamöl: Das Öl wird aus frischen Samenkörnern gewonnen. Es gilt als unkompliziertes Basis-Pflegeöl und duftet zurückhaltend. Es hinterlässt einen dünnen Film und zieht rasch ein.
  • Mandelöl: Dieses eher kostspielige Öl gilt als regenerierend und feuchtigkeitsbewahrend. Nicht ohne Grund ist es in vielen Beauty-Produkten enthalten. Es stärkt die Barrierefunktion der Haut und hält somit den Säureschutzmantel intakt. Übrigens: Viele Medikamente der Hautpflege (beispielsweise bei Neurodermitis) basieren auf diesem sanften Öl.
  • Arganöl: Das duftende Öl ist entzündungshemmend, feuchtigkeitsspendend und regenerierend. Da es strapazierte Haut wieder weich und elastisch macht, wird es nicht nur zur Intimpflege genutzt, sondern zudem in der Schwangerschaft zur Verhinderung von Geweberissen (Dehnungsstreifen) eingesetzt. Ebenso kann der Arzt empfehlen, dass Öl zur Vorsorge zu nutzen, um einem Dammriss entgegenzuwirken.
  • Marulaöl: Dieses Öl hat antioxidative Eigenschaften, weshalb es insbesondere für eine trockene oder gereizte Haut im Intimbereich empfohlen wird. Es verhindert den Verlust von Feuchtigkeit, wirkt rückfettend und ist reizfrei.
  • Aloe vera: Die feuchtigkeitsreiche Pflanze wird seit Jahrtausenden zur Intimpflege genutzt. Das kühle Gel befeuchtet die Schleimhäute und stärkt sukzessive den Hautaufbau. Die Pflanze kann ebenso frisch verwendet werden. Mit einem geschälten Stückchen Aloe vera-Blatt kann der Scheideneingang erfrischt und benetzt werden.
  • Kakaobutter: Das Pflanzenfett gilt als besonders hautschonend und reizarm. Kakaobutter pflegt eingerissene und gestresste Hautpartien zuverlässig, weshalb die nährende Substanz häufig als natürliche und aufbauende Therapie nach einem Infekt empfohlen wird. Die Pellets sind so sanft, dass mit ihnen auch die dünne Haut von Kindern und Babys gepflegt werden darf.
  • Teebaumöl: Zeigen sich krankhafte Symptome wie Brennen, Jucken oder beißende Schmerzen, könnten Bakterien dahinterstecken. Dann soll verdünntes Teebaumöl helfen können. Das ätherische Öl gilt als antibakteriell und antimykotisch, weshalb es phasenweise für den Genitalbereich eingesetzt werden kann.

 

Achtung: Teebaumöl niemals unverdünnt anwenden. Gut sind fertige Präparate aus der Apotheke – lassen Sie sich vorab beraten.

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Auf was gilt es zu verzichten?

So natürlich die Intimhygiene auch ist – ein paar Dinge sollte man grundsätzlich unterlassen:

  • Keine Scheidenspülungen vornehmen: In der Vagina leben unzählige „gute“ Bakterien. Scheinbar nützliche Spülungen verändern jedoch das saure Milieu der Scheide. Sie verliert ihre natürliche Schutzfunktion und kann sich gegen krankmachende Bakterien und Viren kaum noch wehren.
  • Keinen Waschlappen benutzen: In den textilen Fasern fühlen sich Krankheitserreger wohl und breiten sich schlimmstenfalls aus. Besser ist es, die bloßen Hände zum Waschen zu verwenden.
  • Keine aggressive Seife benutzen: Zu den oft unerkannten und Krankheiten auslösenden Ursachen gehören basische Seifen. Die enthaltenen Tenside und Fettsäuren verändern den natürlichen pH-Wert. Die Haut kann sich kaum regenerieren. Besser sind seifenfreie und milde Waschlotionen.
  • Lieber normale Höschen statt String-Tangas: Schmale Tangas können dazu beitragen, Bakterien vom Analbereich in Richtung Scheideneingang zu transportieren. Sinnvoller sind konventionelle Pantys oder Slips.
  • Synthetik-Bekleidung vermeiden: Strumpfhosen, Leggings oder Hosen aus Chemiefasern (Polyester, Viskose, Polyacryl, usw.) unterbinden die Luftzirkulation – Keime breiten sich aus. Es ist besser, atmungsaktive Kleidung aus Naturfasern anzulegen.
  • Binden ohne synthetische Materialien: Stark saugende und damit überwiegend künstliche Inlays in Damenbinden oder Windeln entziehen der Haut unnötig viel Feuchtigkeit. Besser sind natürliche Hygieneartikel.
  • Tampons und Binden regelmäßig wechseln: Verbleiben aufsaugende Hygieneartikel zu lange im oder am Körper, vermehren sich allerlei Keime. Spätestens alle acht Stunden muss ein Wechsel erfolgen.
  • Zu große Tampons vermeiden: Werden zu große Tampons eingeführt, kann dies nicht nur zu einer feinen Rissbildung im inneren der Vagina führen, sondern zusätzlich wird auch der natürliche Feuchtigkeitsfilm der Scheide abgeführt. Trockene Schleimhäute gelten als Nährboden für Pilze und Bakterien.
  • Unterwäsche nicht zu kalt waschen: Die heiße Reinigung der Wäsche ist das A und O. Mindestens 60 Grad sollten es bei der Maschinenwäsche sein.
  • Künstliches Gleitgel weglassen: Silikone, Paraffine, Mineralöle, Emulgatoren, Weichmacher und Aromastoffe haben im Intimbereich grundsätzlich nichts verloren – leider bestehen die meisten konventionellen Befeuchtungsgele aus diesen Substanzen.
  • Feuchte Kleidung nach dem Sport nicht zu lange am Körper tragen: Ist es rund um den Genitalbereich feucht und stickig, fördert dies die Ausbreitung schädlicher Bakterien. Badeanzug und Sporthose nach dem Training deshalb zügig wechseln.

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Folgen mangelnder Intimpflege

Wer sich untenrum zu selten, zu oft oder falsch pflegt, bemerkt die Auswirkungen meist nicht sofort. Vielmehr schleichen sich erste Veränderungen ein und werden dann erst krankhaft. Diese Symptome sollten Sie kennen:

 

Bei der Frau:

  • Verschleppung von Bakterien, es kommt zur bakteriellen Vaginose
  • Scheidenpilz
  • Trockenheit der Scheide
  • Verändertes Scheidenmilieu
  • Hautreizungen an der Vulva
  • Neigung zu Hautekzemen oder Pusteln
  • Auftreten von Verkrustungen und Talg-Rückständen
  • Unangenehmer Geruch
  • Blasenentzündung durch mangelnde Hygiene

 

Bei dem Mann:

  • Smegma und sonstige Ablagerungen entlang der Eichel
  • Eichelentzündung
  • Feine Risse in der Vorhaut
  • Blasenentzündung
  • Durchdringender Geruch
  • Bildung von Ekzemen oder Pickelchen
  • Pilze und Entzündungen im Bereich von Damm oder After

 

Risikofaktoren & Krankheiten schlechter Intimhygiene

Männer, die sich über einen längeren Zeitraum schlecht pflegen, haben ein erhöhtes Risiko, an einem Peniskarzinom zu erkranken. Hintergrund ist, dass die im Smegma enthaltenen Bakterien latent auf die Hautgesundheit einwirken. Sie führen zu krankhaften Veränderungen im Bereich der unteren Vorhaut und lösen schlimmstenfalls Krebs aus.

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