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Rückbildungskurs: Auf das ist zu achten – Tipps zur Auswahl des richtigen Kurses


Rückbildungskurs

Die rund 38 Wochen bringen für die werdende Mutter jede Menge Veränderungen mit sich – körperlich wie seelisch. So schön all diese Erlebnisse sind – ein Kind zu bekommen bedeutet auch immer einen gewissen Einschnitt in die Gesundheit der Frau. Das wird spätestens dann klar, wenn die Krankenkasse nach der Entbindung zu einem Rückbildungskurs anregt.

 

Warum nach dem Geburtsvorbereitungskurs die lästige Rückbildung ansteht und weshalb Sie keinesfalls auf den Kurs verzichten sollten, erfahren Sie hier.

 

Warum ist ein Rückbildungskurs notwendig?

Schwangerschaft und Geburt lösen im Körper komplexe Veränderungen aus. Während die Bänder und Muskeln weicher werden, um das Baby durch die schmale Vagina gleiten zu lassen, weiten sich seitlich die Schambeinbogen sowie das Schambein. Auch die stützende Beckensymphyse kann dauerhaft gelockert sein.

Das Problem: Durch die „Weitstellung“ büßt der zentrale Beckenboden an Kraft ein. Weil das engmaschige Stütznetz weniger Spannkraft hat, verlieren die inneren Organe ihren Halt. Blase, Vagina, Uterus und Mastdarm sitzen etwas tiefer als vor der Schwangerschaft. Das kann in den kommenden Jahren zu weitreichenden Problemen führen.

Rückbildungskurse setzen genau an diesem Sachverhalt an. Sie befähigen die Frau dazu, ihren Urogenitaltrakt sukzessive zurück zu formen. Ziel des Programms ist es, den Organen und Strukturen im Unterleib wieder einen festen Sitz zu geben.

 

Auf das ist bei Auswahl des richtigen Kurses zu achten

  • Zuständigkeit: Die Schulungen werden von Hebammen, Geburtshäusern, Kliniken und Hebammenpraxen angeboten.
  • Nähe: Im neuen Alltag mit dem Baby muss es meist schnell gehen. Wählen Sie für die Rückbildung einen Anbieter, der geografisch gut passt.
  • Zeitpunkt: Die meisten Kurse laufen linear ab, man kann also nicht mittendrin einsteigen. Sondieren Sie bereits während der Schwangerschaft, welcher Kurs vom Termin her passen könnte und melden Sie sich vorsorglich bereits an.
  • Anmelden: Bei Interesse erhält man meist ein Anmeldeformular. Damit die Hebamme direkt mit der Krankenkasse abrechnen kann, müssen alle relevanten Kontaktdaten mitgeteilt werden.
  • Kosten: Klären Sie im Vorfeld, ob eine Kostenübernahme für Ihren Wunschkurs über die Krankenkasse gewährleistet ist.

 

Die Rolle des Beckenbodens bei der Rückbildung

Die Rückbildungsgymnastik wirkt insbesondere auf den Beckenboden sowie den Urogenitaltrakt ein. Die inneren Strukturen sollen mithilfe der Übungen wieder in ihre ursprüngliche Form zurückfinden.

Indem der Beckenboden gestärkt und aufgebaut wird, werden Schmerzen, Probleme und zukünftige Erkrankungen (Inkontinenz, Prolaps, Sensibilitätsstörungen) bereits vor ihrer Entstehung abgewehrt.

 

Wichtig: Die Rückbildungsgymnastik hat nichts mit entschlackendem Sport, Yoga oder gesteigerter Fitness zu tun. Vielmehr sollen die Übungen dabei helfen, die wichtige Muskulatur im Unterleib zu sanieren und zu festigen. Es ist ein medizinisches Programm, welches zwar die Kondition fördert, aber kein unterhaltsames Work-out ist.

 

Häufige Fragen

 

Ab wann mit Rückbildungskurs beginnen?

Als Faustregel gilt, den Kurs erst nach dem Wochenbett, also ungefähr sechs bis acht Wochen nach der Geburt, zu beginnen. Wer sich bereits früher fit fühlt, könnte mit sanftem Beckenbodentraining (im Liegen!) schon vorab etwas für seine Gesundheit tun.

 

Wie oft sollte man den Kurs besuchen?

Üblich sind zehn Übungsstunden (60 bis 90 Minuten). In welchem Intervall der Kurs besucht wird, bleibt der Mutter überlassen. Weit verbreitet ist, ein Mal pro Woche daran teilzunehmen. An den übrigen Tagen kann alleine zuhause trainiert werden.

 

Ablauf eines Rückbildungskurses

 

Kennenlernen (nur zu Beginn der ersten Stunde):

  • Vorstellung der Trainerin.
  • Bekanntmachung der Teilnehmer untereinander.
  • Auskunftserteilung zu Schwangerschaft und Geburt (Geburtsvorbereitung, Verlauf der Wehen, Gewicht und Größe des Kindes, Art der Entbindung, Komplikationen, Wochenfluss, usw.).
  • Abfrage der derzeitig körperlichen Verfassung (Schmerzen und Einschränkungen, Inkontinenz, Gemütslage, Sexualität, usw.).

 

Training:

  • Leichte Stretch-Übungen zum Aufwärmen.
  • Geführte Rückbildungsgymnastik auf der Matte, einem Gymnastikball oder im Stehen.
  • Erlernen von Entlastungsübungen für Rücken, Bauch und Becken.

 

Ausklang:

  • Entspannungsübung zum Abschluss der Stunde.
  • Kurzes Feedback und Klärung von offenen Fragen.

 

Rückbildungskurs nach Kaiserschnitt

Ob Kaiserschnitt oder vaginale Geburt – die Teilnahme an einem Rückbildungskurs ist enorm wichtig. Der behandelnde Gynäkologe kann abschätzen, ob nach der OP genügend Zeit verstrichen ist, um mit der Rückbildung zu beginnen.

 

Rückbildung nach Stillgeburt

Wer schwanger war und das Baby verloren hat, scheut sich meist vor der Rückbildung. Doch auch für solche Frauen ist es von entscheidender Bedeutung, die vielfältigen Veränderungen ihres Körpers trotz Fehlgeburt wieder zurückzuführen. Tipp: Es gibt spezielle Rückbildungskurse für verwaiste Mütter.

 

Rückbildungskurs mit Baby

Viele Frauen stillen ihr Kind und möchten ihr Baby demzufolge gerne mit in einen Kurs nehmen. Deshalb bieten immer mehr Anbieter die Rückbildungsgymnastik speziell für Mütter mit Kindern an. Das ist prinzipiell eine gute Idee, verlangt aber von allen Teilnehmerinnen etwas mehr Disziplin.

 

Online oder doch besser vor Ort?

Es gibt unterschiedliche Gründe die dafür sprechen, den Kurs zu Hause zu absolvieren. Abwechslungsreiche Online-Kurse haben sich mittlerweile darauf spezialisiert. Das Beste: Zeit und Umfang bestimmt jede Mami selbst.

Ein Rückbildungskurs online ist eine prima Ergänzung, um nach dem eigentlichen Kurs zuhause noch weiter zu trainieren. Dann weiß man, worauf bei der Rückbildung zu achten ist und kann in Ruhe seinen Beckenboden final in Form bringen.

 

Übernahme der Krankenkasse

Die ersten zehn Stunden werden von den Krankenkassen übernommen. Viele Kassen bieten obendrein eigene Rückbildungskurse an. Liegt eine ärztliche Bescheinigung vor, dass die Rückbildung noch nicht in Gänze abgeschlossen ist, sind weitere kostenfreie Stunden möglich.

 

Kosten und Preise

Die Kostenübernahme der Kasse ist dann garantiert, wenn der Kurs nach spätestens neun Monaten abgeschlossen ist. Das sollte bei den meisten Frauen der Fall sein. Wer nach den zehn Einheiten trotzdem weiter trainieren möchte, sollte mit rund 6 bis 10 EUR pro Kursstunde rechnen.

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