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Giggle Inkontinenz – Was Lachinkontinenz ist & was wirklich hilft

 

Experte Anastasia Romanova

Anastasia Romanova | Experte für Intimfitness


 

 

Was ist die Giggle Inkontinenz?

Lachen macht Spaß – führt bei einigen Kindern aber schnell ins soziale Abseits. Entleert sich nämlich mit dem ersten Kichern schwallartig die Blase, spricht man von einer Lachinkontinenz – und fiese Kommentare sind bei einer nassen Hose kaum zu umgehen.

Die Lachinkontinenz kann überall auftreten, ob beim entspannten Lesen, im Gehen und sogar beim Sport. Ursächlich ist kein übermäßiger Harndrang, sondern ein unwillkürlicher Reflex, der durch das Lachen ausgelöst wird.

Das Kind ist der Blasenschwäche zunächst einmal hilflos ausgeliefert. Um negative psychische Folgen zu verhindern, hilft nur der Gang zum Arzt.

 

Wer ist von der Lachinkontinenz betroffen?

Überwiegend leiden Mädchen im Kindesalter unter der Giggle Inkontinenz. Doch auch Jungen sind von den Beschwerden betroffen. Oft verschwindet die Inkontinenz während der Pubertät. In seltenen Fällen jedoch können auch erwachsene Männer und Frauen darunter leiden.

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Welche Symptome zeigen sich?

Unabhängig vom Gang zur Toilette entleert sich die Blase ruckartig, sobald etwas Lustiges passiert. Betroffene berichten davon, dass sie vormals keinen Harndrang verspürten. Während der Urin unkontrolliert abgeht, kann der Strahl nicht willentlich gestoppt werden.

 

Ursachen der Lachinkontinenz

Da es eine familiäre Häufung gibt, vermuten Wissenschaftler eine genetische Veranlagung hinter dem Problem. Genau erforscht ist die Erkrankung allerdings noch nicht.

Dazu muss man wissen, dass die Harnblase sowohl vom Sympathikus als auch vom Parasympathikus gesteuert wird. Man vermutet nun, dass es insbesondere bei Kindern im Wachstum zu einer Fehlsteuerung im Beckenboden kommen kann.

Der Blasenmuskel (Musculus detrusor vesicae), der für die Blasenkontrolle verantwortlich ist, könnte das falsche Signal erhalten, wodurch es zur ungewollten Miktion kommt.

Abzugrenzen ist die Lachinkontinenz übrigens von der Belastungs-Inkontinenz sowie dem nächtlichen Bettnässen im Schlaf (Bettnässen) und der Dranginkontinenz.

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Behandlung und Training

Seit Jahren forschen Urologen, Gynäkologen und Kinderärzte an einer wirksamen Heilbehandlung der Inkontinenz. Erschwert wird die Auswahl der richtigen Therapieform von dem Umstand, dass bei der Giggle Inkontinenz keine organische Erkrankung vorliegt. Gleichwohl muss die Kinderkrankheit therapiert werden.

Deshalb sollte das Kind als erste Maßnahme ein professionelles Beckenbodentraining erhalten. Damit sollen die Betroffenen körperlich nachvollziehen können, wo das Problem entsteht.

 

Je mehr Informationen das Mädchen oder der Junge zur eigenen Beckenbodenmuskulatur hat, desto eher lässt sich diese willentlich steuern.

 

Neben der Beckenbodentherapie kann zudem eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein. Gerade ältere Kinder leiden meist extrem unter der sozialen Stigmatisierung.

Auch die Homöopathie hält Präparate bereit. Diese zielen auf eine Stärkung und Beruhigung der Blasenwand hin. Als bekannte Mittel haben sich Caustikum, Abies Canadensis oder Sepia bewährt.

 

Medikamentöse Behandlung & neue Therapieformen

Tritt keine Verbesserung ein, könnte notfalls auch eine pharmakologische Therapie sinnvoll sein. Dabei kommen spezielle Medikamente zum Einsatz, die hemmend auf das parasympathische Nervensystem wirken.

Ein sogenanntes Anticholinergikum entspannt die Muskulatur der ableitenden Harnwege, was zu einer Verbesserung der Giggle Inkontinenz führen kann. Genutzt wird dabei der Wirkstoff Oxybutynin, der auch gegen das Bettnässen eingesetzt wird.

Ein weiterer Arzneistoff, der bei Giggle Inkontinenz herangezogen wird, ist Methylphenidat. Hierbei handelt es sich faktisch um einen Wirkstoff gegen ADHS bzw. ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung).

Ebenso könnten Medikamente zur Behandlung von Depressionen helfen. Hier wird überwiegend der Wirkstoff Imipramin eingesetzt.

Eltern sollten jedoch berücksichtigen, dass solche Medikamente mit größeren Nebenwirkungen einhergehen und alleinig die Symptome, nicht aber die Ursache bekämpfen können.

 

Botox

Eine neue Therapie stellen Injektionen mit Botox dar. Hierzu wird der Wirkstoff Botulinumtoxin A großflächig in den Detrusormuskel, also die Muskulatur der Blasenwand, gespritzt.

Das Toxin führt zu einer stellenweisen Lähmung der glatten Muskulatur, womit die Symptome signifikant nachlassen können.

Über diesen neuen Therapieansatz berichtete 2007 erstmalig ein Artikel der Ärzte-Zeitung. Mittlerweile ist Botox als Hilfsmittel in Deutschland zugelassen und wird verstärkt bei der Behandlung von Harninkontinenz getestet.

Die Wirkung kann bis zu einem Jahr andauern. Auch weitere Arten der Inkontinenz bei Erwachsenen lassen sich damit versuchsweise behandeln.

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