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Das richtige Elektrostimulations-Gerät ist wichtig > So können Sie sich entscheiden

 

Experte Anastasia Romanova

Anastasia Romanova | Experte für Intimfitness


Elektrostimulationsgerät

Entspannt hinlegen, den Körper ohne Mühe eine notwendige Arbeit verrichten lassen und ganz nebenbei neue Muskeln aufbauen – was sich so verlockend anhört, ist mittlerweile Realität! Möglich machen es moderne Elektrostimulationsgeräte. Sie sind in der Lage, spezielle Körperbereiche passiv zu therapieren, ohne dass dazu die Hilfe des Patienten notwendig wäre.

 

Der Effekt: Das Training ist entlastend, bei richtiger Ausführung tiefenwirksam und dabei leicht kontrollierbar.

 

Was man für einen solchen Therapieansatz jedoch benötigt, sind innovative Elektrostimulationsgeräte der neuesten Generation. Genutzt werden die Geräte im Bereich der Schmerzlinderung, für den Muskelaufbau, für eine schnellere Regeneration sowie in der medizinischen Therapie (gegen Inkontinenz, bei Neuropathien oder Paresen).

Wie vielseitig sich ein solches Gerät einsetzen lässt und was Sie vor dem Kauf beachten sollten, erfahren Sie hier.

 

 

Was ist ein Elektrostimulationsgerät?

Viele Menschen schätzen den entspannenden oder eben stärkenden Einfluss, den ein Elektrostimulationsgerät auf den Körper haben kann. Dabei wird ein geringer Stromreiz in die Muskulatur oder das Nervengeflecht eingeleitet. Dieser erhöht die Durchblutung und sorgt dafür, dass determinierte Kontraktionen im anliegenden Muskelgewebe getätigt werden.

Es gibt vielfältige solcher Elektrostimulationsgeräte für den Hausgebrauch. Sie enthalten in der Regel ein Steuerungsmodul, an dem die gewünschte Stärke individuell einstellbar ist. Ferner sind selbstklebende Elektroden oder Sonden enthalten. Über diese erfolgt die eigentliche Übertragung des Stroms in oder an den Körper.

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Die Wirkung & der Nutzen – bringt das was?

Die moderne Technologie mit Elektrostimulation zielt ganzheitlich auf die Gesundheit, Stärkung und Regeneration des Körpers bzw. der Muskeln hin. Grundsätzlich kann deshalb nahezu jeder Bereich mit einem entsprechenden Elektrostimulationsgerät behandelt werden.

  • Kopf und Gesicht: Gegen Verspannungen und Kopfschmerzen (auch Migräne) oder zur Massage der mimischen Gesichtsmuskulatur.
  • Nacken und Rücken: Bei Verspannungen und Nackensteifheit, zur Linderung von Schmerzen und Blockaden.
  • Becken und Beckenboden: Bei Krankheiten und Problemen im Urogenitaltrakt bzw. im Analbereich sowie zur Stärkung der tiefliegenden Muskelgruppen (Kleines Becken).
  • Arme und Schultern: Bei drohender Bewegungseinschränkung (Tennisarm) oder zur Regeneration nach dem Sport. Ebenso zur Gewebestraffung.
  • Bauch: Zur Definition spezifischer Muskelgruppen und zur Verstärkung des Trainingseffektes.
  • Beine und Knie: Gegen Steifheiten, Arthrose, Bewegungseinschränkungen sowie zum Muskelaufbau und der allgemeinen Leistungssteigerung.

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Welches Elektrostimulationsgerät?

Es gibt verschiedene Arten an Elektrostimulationsgeräten. Je nach Modell und Preis erfolgt die Reizung oberflächlich oder tief.

TENS Geräte: Bei der TENS Therapie (Transkutane Elektrische Nervenstimulation) werden mittels Reizstrom die oberflächlichen Nervenbahnen angeregt und manipuliert.

EMS Geräte: Die EMS Therapie (Elektrische Muskel Stimulation) wirkt bis in die tiefen Gewebeschichten und aktiviert die Muskeln sowie das anteilige Bindegewebe.

TENS EMS Geräte: Hier steuern die Elektroden – je nach Kanal – die Muskeln oder die Nerven gleichzeitig an. Die Wirkung kann also auf die glatte oder quergestreifte Muskulatur ausgerichtet und demnach oberflächlich oder tief sein.

Biofeedback-Geräte: Bei einem solchen Gerät werden nicht nur elektrische Impulse abgegeben (entweder EMS oder TENS) sondern unterdessen die Reaktion des umliegenden Gewebes wahrgenommen und dargestellt. Viele Geräte, die als Medizinprodukt ausgewiesen sind, gehören in diese Kategorie.

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Elektrostimulationsgeräte für Muskelstimulation: EMS für die Muskeln

Für den Beckenboden (bei Inkontinenz & Harninkontinenz)

Solche feinen Elektrostimulatoren wirken mittels Strom ganz gezielt auf die beeinträchtigten Areale ein. Ziel ist es, geschwächte Muskeln (u.a. Schließmuskel oder Beckenbodenmuskeln mit Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie) zu reaktivieren und in ihrer Funktion wiederherzustellen.

  • Analsonde: Mit der Sonde wird die Behandlung des Schließmuskels, der Prostata, des PC-Muskels und des gesamten Beckenbodens vollzogen. Die Rektalsonde kann von Männern wie Frauen verwendet werden.
  • Vaginalsonde: Mit dem Gerät kann die Muskel- und Faszienstimulation der Blase, der Gebärmutter und des Beckenbodens praktiziert werden.
  • Sonstiger Muskelaufbau: Durch aufgebrachte Elektroden auf der Haut lassen sich nahezu alle weiteren Muskelgruppen des Körpers ansteuern, therapieren und aufbauen.

 

 

Elektrostimulationsgeräte für Nervenstimulation: TENS bei Schmerzen

  • Für die Veränderung der Nervenübermittlung
  • Die Therapie greift in die Leitfähigkeit der Nervenbahnen ein. Diese lassen sich gezielt manipulieren und verändern. Meist werden dazu die bewährten Akupunkturpunkte zur Reizeinbringung ausgewählt.
  • Bei Migräne: Indem gewisse Schmerzrezeptoren im Rückenmark unterbrochen werden, soll sich ein insgesamt schmerzstillender Effekt einstellen können.
  • Bei Bandscheibenvorfall und Rückenschmerzen: Je nach Befund können akute und örtliche Schmerzen kurzfristig so stark überreizt werden, dass sie ihre Schmerzwahrnehmung langfristig einbüßen.

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Elektrostimulationsgerät zum Abnehmen?

Viele Hersteller versprechen ihren Kunden, dass das Abnehmen mit den kostspieligen Geräten leichter oder effizienter sei. Die Studienlage sieht dazu jedoch uneinheitlich aus. Einen eindeutigen Nutzen im Kampf gegen Übergewicht konnte bisher noch keine Analyse zeigen.

Da die Stromimpulse eindeutig die Durchblutung fördern und den Organismus anregen, kann zwar von einer Aktivierung einzelner Körperbereiche (Nerven, Muskeln, Lymphbahnen) ausgegangen werden – inwieweit darüber allerdings überflüssiges Gewicht bzw. Fett verloren gehen kann, bleibt indes unklar.

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Anwendung der Geräte

  1. Einweisung: Vor der Inbetriebnahme sollte eine gründliche Einführung stattfinden. Das kann über einen Arzt oder eine entsprechend geschulte Fachkraft geschehen. Häufig stellen die Hersteller auch aussagekräftige Videos zur Verfügung.
  2. Anbringen der Elektroden: Die Elektroden dürfen nur auf gesunde Hautpartien aufgebracht werden. Zur besseren Haftung kann ein spezielles Elektrodengel auf Wasserbasis genutzt werden. Es fördert die Reizübermittlung.
  3. Frequenz: Am Anfang sollte die Stimulation mit einer niedrigen Intensität beginnen. Bei TENS reicht eine Stromstärke von 100 Hz in der Regel aus.
  4. Hautreizung: Während der Anwendung ist der Stromfluss durchaus zu spüren (Kribbeln). Es sollten jedoch keine Schmerzen aufkommen. Eine lokale Reizung der Haut darf ebenfalls nicht die Folge sein.
  5. Reinigung: Nach dem Training müssen die betroffenen Hautpartien sowie das Gerät selbst gereinigt werden.
  6. Aufbewahrung: Ob EMS oder TENS Gerät: Das Equipment muss kindersicher und trocken aufgehoben werden.
  7. Wiederholung: Grundsätzlich sind mehrere Einheiten pro Tag möglich. Da jedoch auch immer eine gewisse Regenerationsphase eingehalten werden muss, sollten nicht mehr als zwei Intervalle pro Tag praktiziert werden.

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Wann darf man Elektrostimulation NICHT durchführen?

  • Menschen, die unter Epilepsie leiden, dürfen keine Reizstromtherapie erhalten.
  • Bei Patienten mit psychischen Erkrankungen.
  • Während einer Schwangerschaft.
  • Bei Trägern eines Herzschrittmachers oder einer Insulinpumpe.
  • Wenn akute Entzündungen von Gelenken oder Organen vorliegen.
  • Bei Vorerkrankungen wie einem Schlaganfall, einem Thalamussyndrom oder einer Querschnittslähmung muss der Arzt befragt werden.
  • Bei Herzrhythmusstörungen muss der Nutzen im Gegensatz zu den Risiken von einem Arzt abgeschätzt werden.
  • Kinder dürfen nicht in Eigenregie therapiert werden.

 

Bitte beachten: Ist die Anwendung in der Nähe des Herzens geplant (Brustmuskelaufbau), sollte immer vorab ein Arzt konsultiert werden.

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Was ist vor dem Kauf zu beachten?

 

Anzahl der Kanäle

Je nach Hersteller (z.B. Beurer oder Saneosport) verfügt das Elektrostimulationsgerät über 2 oder 4 Kanäle. Pro Zugang geht ein Kabel ab, wobei jede dieser Leitungen bis zu zwei Elektroden speisen kann. So optimiert ein Gerät mit 4 Kanälen den Nutzen des Trainings, weil mehrere Muskelgruppen gleichzeitig aktiviert werden können.

 

Mögliche Programme

Die meisten Geräte für den Heimgebrauch bieten bis zu 20 verschiedene Programme an (Massage, Fitness Muskel Stimulation, Schmerzlinderung, Erholung, Reha, Kapillarisation usw.).

 

Stromversorgung

Es gibt drei Arten der Versorgung. Entweder mit Batterie, mit einem integrierten Akku oder einem kabelgebundenen Netzbetrieb. Praktisch (aber nicht ganz so günstig) sind Elektrostimulationsgeräte mit wiederaufladbarem Akku. Sie sind mobil und können beispielsweise auch im Bett genutzt werden (etwa von Sanitas).

 

Stärke, Spannung und Widerstand

Ist das Gerät mit dem Körper verbunden, sollen die Stromstärke und Spannung kontrollierbar und möglichst gleichbleiben. Verändern lassen sich hingegen die Leistungen des Gerätes über das jeweilige Programm, oder indem die Stärke graduell verändert wird. Gemessen wird die Stärke übrigens in Milliampere (mA).

 

Arten der Elektromagnetischen Wellen

Ist das Gerät neu, so wird es mit hoher Sicherheit ausschließlich hautschonende biphasische Impulse weitergeben (und nicht monophasisch). Das bedeutet, dass nach jedem Impuls ein negativer Gegenschwinger erfolgt.

 

Die Stromfrequenz

Die Frequenz wird in Hertz (Hz) angegeben. Je höher die Frequenz ist, desto schneller kontrahiert der Muskel. Anwendungen im Bereich bis 20 Hz trainieren etwa Kraft und Ausdauer. Mehr als 150 Hz muss der Muskelstimulator jedoch nicht leisten können, weil ansonsten die Gefahr eines Übertrainings besteht.

 

Länge des Stromimpulses

Die Impulsbreite bzw. -Dauer wird in Mikrosekunden (µs) ausgewiesen. Je länger der jeweilige Impuls ist, desto tiefer geht er. Kleinere Muskeln können bereits mit weniger als 200 µs ausreichend therapiert werden. Nützlich sind Geräte mit unterschiedlich langen Stromimpulsen.

 

Regulierung der Stromintensität – Amplitude

Je geringer die Stromintensität, desto angenehmer ist es für den Anwender. Insofern sollte die Bedienung am Gerät so ausgestaltet sein, dass mit wenigen Milliampere (mA) das Training begonnen werden kann. Die Amplitude kann dann langsam erhöht werden.

 

Stromdichte

Je nach Größe der stromverteilenden Sonde oder Pads (Elektroden) unterscheidet sich das Empfinden am Körper. So wirken große Sonden bei gleicher Einstellung viel sanfter als kleinformatige Elektroden, auf denen zwar dieselbe Stromdichte ruht; diese sich auf der kleinen Fläche wohl aber bündelt.

 

Medizinische Qualitätsrichtlinien

Wer sich ein Gerät aussucht, dass im Hilfsmittel- oder Pflegehilfsmittelverzeichnis (meist sog. Inko-Messsysteme) gelistet ist, darf eine hohe Qualität, den überprüften klinischen Nutzen sowie die sichere Funktionstauglichkeit erwarten.

Die Anmeldung und penible Einhaltung medizinischer Richtlinien ist vielen Herstellern allerdings zu aufwendig, weshalb sie die Produkte oft ohne diese Auszeichnung am Markt anbieten.

Es empfiehlt sich deshalb, beim Kauf zumindest auf ein Gerät mit der CE-Kennzeichnung oder dem GS- oder TÜV-Rheinland-Zeichen zu achten.

 

Technische Pluspunkte

Bequem sind EMS oder TENS Geräte, bei denen die Bedienung mittels Fernbedienung möglich ist. Ansonsten sollte zumindest ein abwaschbares Digital-Display im Lieferumfang enthalten sein, um das Gerät auch einmal mit feuchten Fingern bedienen zu können (nach dem Einsatz von Kontaktgel oder Gleitgel).

Wer größere Areale therapieren möchte, sollte ein Gerät mit mindestens vier Kanälen kaufen, um bei Bedarf mehrere Elektroden daran anschließen zu können. Insofern die Stromversorgung kabellos ist, sollte vorsorglich ein Vorrat an Batterien der Lieferung beiliegen.

 

Marken und Hersteller

Zu den etablierten Produzenten gehören Sanitas, Dittmann, Beurer oder Saneosport. Auch die Marke Prorelax ist beliebt, weil sie Produkte anbietet, die zusätzlich zur Muskelstimulation etwa auch Infrarotwärme oder Vakuumanwendungen zulassen. Achten sollte man darauf, dass neben dem Gerät etwaiges Zubehör (z.B. unterschiedlich große Sonden) oder Ersatzteile vom gleichen Hersteller angeboten werden.

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Wo kann man ein Elektrostimulationsgerät kaufen?

Das passive Muskeltraining ist beliebt. Aufgrund der steigenden Nachfrage bieten mittlerweile sogar Discounter wie Lidl oder Aldi die Geräte im Rahmen saisonaler Angebote an.
Bei den großen Elektrohändlern wie Media Markt oder Saturn sind die Elektrogeräte (für den Muskelaufbau) meist dauerhaft im Sortiment.

Beliebt ist ferner der anonyme Einkauf auf online Plattformen wie etwa Amazon. Wie für ein Medizinprodukt typisch, gibt es die Elektrostimulationsgeräte aber natürlich auch im örtlichen Sanitätshaus zu kaufen.

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Krankenkasse – ist eine Kostenübernahme möglich?

Die Erstattung für ein Gerät ist meist machbar, insofern es sich um eine akute Krankenbehandlung oder eine vorbeugende Behandlung zur Vermeidung einer Behinderung handelt. Voraussetzung ist, dass das gewünschte Gerät im Hilfsmittelverzeichnis gelistet ist (Produkt der Gruppe 09) und der Arzt ein entsprechendes Rezept darüber ausstellt.

Ansprechpartner ist in dem Fall der behandelnde Hausarzt, Gynäkologe, Urologe, Proktologe oder Neurologe.

Wer ein solches Gerät als Sportmittel zur Leistungssteigerung kaufen möchte, wird die Anschaffung vermutlich aus eigener Tasche zahlen müssen.

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